2013 wird HEVC neuer Standard – Unternehmen müssen neue Codecs und Firmware entwickeln

Neuer Video-Standard - Solveig Multimedia präsentiert mit 'Zond 265' weltweit ersten professionellen H.265-Analyzer zur Softwareentwicklung

 

Tomsk, 7. Mai 2012

Vor zwei Monaten wurde der neue Video-Standard 'High Efficiency Video Coding' (HEVC), der bislang besser unter H.265 bekannt ist, offiziell definiert. Im Juli 2012 soll dieser Standard international gültig werden und ab 2013 als ratifizierter neuer Video-Standard flächendeckend angewandt werden. Mitte 2013 werden ein Großteil der mobilen Videos und voraussichtlich auch die gesamte Fernsehübertragung in HD über diesen neuen Standard laufen.

Mit 'Zond 265' bietet Solveig Multimedia ab sofort den ersten marktreifen Analyzer für HEVC/H.265-Bitstreams an. Er hilft Entwicklern und Programmieren in den nächsten Monaten geeignete Software und Codecs zu entwickeln, um 2013 neue Produkte präsentieren zu können, die mit H.265 kompatibel sind.

Mit Zond 265 eigene Codecs, Firmware und Software für H.265 entwickeln

'Zond 265' ermöglicht es Entwicklern Frame- und Block-genau alle entscheidenden Informationen auslesen zu können um zu verstehen, wie sie ihre eigenen Codecs und Geräte auf H.265 abstimmen müssen. Neben Standard-Informationen wie Time-Stamp, Frame-Größen und Frame-Types können zahlreiche weitere Informationen ausgelesen und grafisch oder tabellarisch aufgearbeitet dargestellt werden:

- Informationen zum NAL (Network Abstraction Layer): Wie schon bei H.264 wird auch H.265 ein weiterentwickeltes NAL verwenden, um die Video-Komprimierung an moderne Streaming-Anwendungen anzupassen. Denn im Gegensatz zu bisherigen Video-Komprimierungen soll H.265 speziell beim Streaming deutlich effizienter sein. Zond 265 analysiert den NAL, separat für VCL-Elemente (Video Coding Layer) und nicht-VCL-Elemente; er analysiert deren Größe und deren Offset im Bitstream.

- Bit Distribution: Für jeden Frame wird grafisch aufbereitet gezeigt, wie viele Informationen etwa SplitFlag oder PartMode benötigen, gemessen an der gesamten Bitgröße des Frames.

- Coding Units: Im Gegensatz zu früheren Komprimierungs-Verfahren, werden aus den bekannten Makroblöcken nun Coding Units mit variabler Größe und variablem Format, die ihrerseits aus Prediction- und Transform-Units bestehen. Zond 265 kann alle Koeffizienten einer solchen Coding Unit einzeln anzeigen. Ebenfalls kann der Analyzer die für die Koeffizienten der Coding Units verwendeten Quantizer ausgeben.

- Prediction- und Transform-Units: Wichtiges Element einer effizienten Kodierung und Komprimierung sind die räumliche und zeitliche Bildvorhersage. Jede Coding Unit wird bei H.265 durch Prediction- und Transform-Units dargestellt, die bei H.265 auch variabel und asymmetrisch sein können. Zond 265 liefert für alle Elemente den Typ, die Größe und die Form, die bis zu 4x4 Pixel betragen kann.

- Vektoren: Die seit H.261 bereits bekannten Motion Vectors werden auch in H.265 maßgeblich sein, um einerseits eine Partition-Vorhersage erst zu ermöglichen, um andererseits aber auch bei hoher Kompression Videos flüssig zu halten. Benötigt werden Motion Vectors um auf ähnliche Elemente eines Bildes verweisen zu können. Zond 265 zeigt alle Vektor-Werte und vergleicht die Verschiebung des Prediction Blocks mit dem Referenz-Frame.

- Vollständige Dekodier-Informationen: Alle Phasen des Dekodier-Vorgangs können einzeln analysiert werden, das 'Predicted Picture' kann daraufhin angezeigt und mit dem finalen Bild verglichen werden.

- Deblocking Filter: Schon seit Jahren kommen in hochwertigen Codecs Deblocking Filter zum Einsatz, die an den Übergängen von Makroblöcken oder Coding Units das Bild glätten. Zond 265 zeigt wahlweise die Bilder mit oder ohne Deblocking Filter um das Smoothing des Filters und die Effizienz des H.265-Deblocking zu überprüfen.

"Für uns ist Zond 265 ein großes Projekt, in das wir sehr viel Arbeit und Energie gesteckt haben", berichtet Dmitry Vergeles, CEO von Solveig Multimedia, der in dieser Sache selbst auch gleichzeitig zum Chefentwickler wurde. "Angefangen mit der Arbeit haben wir, als uns noch nicht vollständig klar war, wie der neue Video-Standard überhaupt einmal aussehen wird. Im Februar wurde nun der fertige Standard präsentiert. Seitdem haben wir fast alle verfügbare Zeit in das Projekt Zond 265 gesteckt, mit dem Erfolg nun die ersten auf dem Markt zu sein, die einen professionellen H.265-Analyzer bieten können. Natürlich macht es uns auch stolz wenn wir in zwei oder drei Jahren sehen werden, in wie vielen Produkten dann auch ein Stück Solveig-Technologie stecken wird."

H.265 ab 2013 neuer Standard für Streaming und Full-HD

Der offiziell als HEVC vorgestellte Videostandard H.265, der ab 2013 flächendeckend eingeführt werden soll, wird sukzessive alle Anwendungen auf Basis von H.264 ersetzen. Sowohl Full HD-Fernsehen, als auch MP4 oder Blu-ray basieren derzeit maßgeblich auf der Videokompression gemäß H.264.

50 Prozent Verringerung der Datenmenge bei gleichbleibender Qualität

Der Nachfolger von H.264 soll bei gleichbleibender Qualität die Datenmenge nochmals halbieren. Ermöglicht wird dies durch ein ungleich komplexeres Kodierungs-Verfahren. An Software und Hardware werden somit neue Anforderungen gestellt, speziell wohl auch an neue Grafikkarten. Knapp zwei Dutzend neue oder verbesserte Kodierungs-Technologien wurden verwendet um die mit H.264 bereits stark komprimierte Datenmenge nochmals zu verringern.

Ein verbessertes NAL sorgt neben der starken Kompression dafür, dass hochauflösende Videos auch in Hinblick auf Streaming-Anwendungen optimiert wurden. Weiteres Novum ist die freie Skalierbarkeit bis 7680 x 4320 Pixel, die H.265 auch für Zeiten nach Full HD zukunftsfähig machen soll. Gegenüber dem klassischen MPEG2 braucht ein Video in vergleichbarer Qualität mit H.265 gerade einmal ein Sechstel der Datenmenge. Hier wird deutlich, dass insbesondere im Mobilmarkt H.265 schon sehr bald eine starke Rolle spielen wird und insbesondere auch Firmware von vielen Multimedia-Geräten H.265 schon sehr bald unterstützen können muss. Entwickelt wurde H.265 vom Joint Collaborative Team on Video Coding, einer Zusammenarbeit von MPEG und VCEG.

Preis, Betriebssystem und Verfügbarkeit

Der H.265-Analzyer 'Zond 265' ist ab sofort in der ersten marktreifen Beta-Version bei Solveig Multimedia auf Anfrage verfügbar. Eine Entwickler-Lizenz wird 2000 Euro zzgl. MwSt. kosten. Alle Updates innerhalb einer Version sind im Preis inbegriffen. Eine Demo über zehn Frames kann auf der Website von Solveig Multimedia unter www.solveigmm.com/en/products/zond heruntergeladen werden. 'Zond 265' läuft auf Windows XP/Vista/7. Versionen für Linux und Mac sind geplant.